Jugendkulturen unterwegs
Ein intergeneratives Projekt des Archiv der Jugendkulturen e. V. und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Noch nie waren so viele Jugendliche kreativ engagiert. Noch keine Jugendkultur – weder die erste originäre "Jugendkultur", die Wandervögel des frühen 20. Jahrhunderts, noch die Hippies in den Sechzigern – hat so viele Jugendliche aktiviert wie HipHop, die derzeit weltweit größte Jugendkultur. Doch in der Erwachsenenwelt wird "die Jugend" fast nur negativ wahrgenommen: Gewalt, (Rechts-)Extremismus, Drogen und Alkoholexzesse …
Noch nie war die Erwachsenenwelt mehrheitlich derart desinteressiert an der Kreativität ihrer "Kinder". Respekt ist nicht zufällig ein Schlüsselwort fast aller Jugendkulturen. – Respekt, Anerkennung ist das, was Jugendliche am meisten vermissen, vor allem von Seiten der Erwachsenen. Viele Erwachsene, klagen Jugendliche, sehen Respekt offenbar als Einbahnstraße an.
"Kinder stark machen" lautet eine bewährte pädagogische Leitlinie. Leider haben heutzutage sehr, sehr viele Jugendliche wenig Anlass und Chancen, Selbstbewusstsein zu erwerben. Viele fühlen sich schon mit 13, 14 Jahren "überflüssig" in dieser Gesellschaft. Und auch die Schule in Deutschland hat es bis heute nicht verstanden, eine Anerkennungskultur zu entwickeln, die SchülerInnen für gute Leistungen belohnt, statt sie für Versagen zu bestrafen und herabzuwürdigen.
So werden Jugendkulturen und schulische wie außerschulische kulturelle Angebote immer wichtiger: Hier können Jugendliche einmal selbst erfahren, dass in ihnen noch etwas steckt, dass sie kreative Fähigkeiten haben, die ihnen ihre Umwelt selten zutraut – bis sie sich selbst auch nichts mehr zutrauen. Jugendkulturen liefern Jugendlichen Sinn, Identität und Spaß.
Ein differenzierter Blick auf Jugendliche und ihre Freizeitkulturen lohnt sich also – nicht nur, weil er ein Schlüssel für die Arbeit mit und das Verständnis von Jugendlichen sein kann. Wer sich mit Jugendkulturen beschäftigt, lernt nicht nur einiges über Jugendliche, sondern ebenso viel über sich und die Mehrheitsgesellschaft.
Die Großelterngeneration wird immer wichtiger für die Betreuung und Erziehung von Jugendlichen. Deshalb wendet sich das gemeinsame Projekt von Archiv der Jugendkulturen und BAGSO speziell an SeniorInnen, die mehr über die Lebens- und Freizeitwelten ihrer Enkelkinder erfahren möchten.
In vier eintägigen Veranstaltungen mit (parallelen) Workshops zu Spezialthemen (etwa: Jugend und Rechtsextremismus, HipHop u. a. einzelne Jugendkulturen, Jugend und Sprache, Workshops mit eigenen Kreativanteilen wie Sprayen, Rap-/Texte schreiben, Streetdance usw.) gewinnen die teilnehmenden SeniorInnen auf spannende Art einen Einblick in die Welt der Jugendkulturen und können zugleich ihr eigenes kreatives Potential austesten. Authentische Szene-Angehörige vermitteln lebensnah Ideen und Hintergründe, Stile und Ausdrucksformen ihrer Jugendkulturen.
Kontakt:
Archiv der Jugendkulturen e. V.
Klaus Farin
Fidicinstraße 3
10965 Berlin
Tel.: 030/694 29 34
Fax: 030 /691 30 16
E-Mail:
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www.jugendkulturen.de
www.culture-on-the-road.de

